112 //LUGHNASADH – Wage den Schnitt!

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112 //LUGHNASADH - Wage den Schnitt!
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Die Natur zeigt sich im Moment noch in ihrer vollen Pracht, jetzt die Zeit der Früchte. Die Obstbäume tragen ihre Früchte, die Getreidefelder leuchten gelb. Auf den Sträuchern sind die Beeren reif und können für die Wintermonate eingekocht werden. Der Gemüsegarten bringt jetzt all seine Fülle hervor. Es ist von allem genug da.
Doch die Leichtigkeit des Sommers beginnt bereits zu weichen. Langsam spüren wir den Herbst. Höchste Zeit der Natur für die Fülle zu danken und die Ernte einzuholen. Lughnasadh ist eines der Jahreskreisfeste.

Lughnasadh im Jahreskreis

Es gibt verschiedene Termine, das Jahreskreisfest Lughnasadh zu zfeiern. Überliefert ist vor allem der Vorabend des August also die Nacht von 31. Juli auf 1. August. Oder oftmals wurde auch am 8. Vollmond des Jahres, gefeiert. Dieser heißt in alten Bezeichnungen auch Erntemond oder Getreidemond. Es geht allerdings nicht um einen festen Tag, sondern um die Energie, welche hier sich zeigt: Es ist der Auftakt der Erntezeit.

Freude und Fülle

Es wurde seit jeher die Freude über die Fülle und die beginnende Erntezeit gefeiert und um reichen Erntesegen gebeten. Allerdings brachte auch all die Fülle jede Menge Arbeit mit sich. Denn duldet Feldarbeit keinen Aufschub: Sobald etwas erntereif ist, muss es eingefahren werden, bevor das nächste Unwetter kommt. Was jetzt nicht mit Fleiß vorbereitet wird, rächt sich in der kalten Jahreszeit.

Mit Lughnasadh ist der Zeitpunkt gekommen, das Korn zu schneiden. Schnitter gehen ans Werk. Deshalb heißt das Fest auch Schnittfest. Oder ein anderer Name ist Lammas, was von dem Wort loafmass kommt, was Brotlaib bedeutet. Denn wurde von der ersten Ernte ein Brot gebacken und anschließend in der Erde vergraben als Opfergabe. Dieses Brot gibt ein wenig von dem zurück, was Mutter Erde schenkte. Ein alter Brauch ist es, das Lammas-Brot in vier Teile zu brechen (nicht schneiden!) und in den vier Ecken der Scheune zu vergraben. Dies soll das gesamte dort gelagerte Getreide magisch schützen. Ebenso wird wird als Dankgabe für die Natur die letzte Garbe zusammengebunden stehen gelassen. Einige Körner dieser Garbe werden unter das Saatgut des nächsten Jahres gemischt. Das soll auch weiterhin Fruchtbarkeit und eine reiche Ernte bringen.

Zeit der Frauen

Mancherorts kennt man dieses Feste auch als Kräuterweihe, da die magische Heilkraft der Kräuter nun besonders stark ist. Frauen machten sich auf den Weg, durchstreifen Wiesen und Wälder und füllen ihre Körbe mit Kräutern und banden daraus die bekannten Kräuterbüschel,  die sie dann in Haus und Hof hängten.Genau diese getrockneten Kräuter wurden später im Jahr bei Geburten, bei Krankheiten verwendet und brachten Linderung der Schmerzen und Heilung. Früher waren diese Frauentags-Kräuterstäuße eine Art traditionelle „Winterapotheke“, weil für jedes Wehwehchen das richtige Kraut beinhaltet war. Daher ist dies eine heilige Zeit, die sich über die erste Augusthälfte streckt – bis zum „Kräuterweihtag“ oder „Großen Frauentag“ am 15. August.

Lughnasadh und Christentum

Wie bei allen Jahreskreisfesten hat die Kirche eine Möglichkeit gesucht, die heidnischen Bräuche zu unterbinden. Natürlich hat das – wie so oft – nichts geholfen, die Frauen haben dennoch die Kräuter gesammelt und selbst geweiht. So wurde dieses Fest der großen Maria gewidmet.
Spannend ist, dass wie bei vielen anderen katholischen Feiertagen, davon nichts in der Bibel steht. Weder von der Tatsache, von dem Heimgang der Maria, noch , dass das exakt an einem 15. August geschehen ist. ((Erst 1950 hatte Papst Pius XII. von der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel am 15. August verkündet.))  Damit fand man eine gute Begründung, dass an diesem Tag die Pfarrer – und natürlich nicht mehr die Frauen selbst – die Kräuter weihen, die sie dann für Geburten, Krankheiten etc. verwenden durften.

 

Alles Alte muss gehen

 Alles Neue entsteht auf dem Boden des Alten – so auch du. Die Schnitterin-Zeitqualität kann dich dabei unterstützen, dich deiner persönlichen „Ernte“ oder auch den notwendigen Maßnahmen des Abschneidens zu widmen. Jetzt gilt es zu schauen, was in unserem Leben reif ist, und ohne zu Zögern zu ernten, zu pflücken. 

Fragen die dich unterstützen:


Was hast du in deinem Leben angesammelt, das du jetzt ernten und feiern kann? 
Wofür habe ich meine Kraft, meine Ausdauer eingesetzt?
Hat sich meine Arbeit gelohnt, habe ich gut für mich gesorgt? 

Jetzt ist energetisch auch eine gute Zeit, dich von allem zu trennen, was du nicht mehr benötigen. Radikal oder behutsam, mit kleinen Schnitten oder mit einem großflächigen Kahlschlag. Trenne dich von unnötigem Ballast, der deine Räume beengt oder in dem du eine neue Ordnung in deine Schränke, Schubladen und damit vielleicht auch in dein Leben bringst. Mit dieser Energie kannst du auch im „Inneren“ gleich fortsetzen. 

 Fragen die dich unterstützen:

Was kann/muss ich abschneiden – damit ich Luft zum Atmen bekomme, mich leicht und frei fühle?
Was in meinem Leben ist „überreif“ und wird nur faulig, wenn ich es jetzt nicht abtrenne?
Wovon möchtest du dich befreien? 

Trennung und Loslassen kann durchaus schmerzhaft sein. Daher ist es gut, dies auch rituell zu unterstützen. Denn Rituale können deinem ganzen System (Körper, Geist und Seele) deutlich machen, dass nun eine Veränderung stattfindet. 

Falls du zu Lughnasadh ein Trennungsritual machst, dann wisse, was es Gutes gegeben hat im Alten, von dem du dich nun trennst. Es gibt immer etwas, das du bewahren und in deinem Leben nicht missen willst. All das kannst du als Basis für dein weiteres Leben mitnehmen.

Oder vielleicht magst du ja einen bunten Strauß an Wildkräutern und Blumen sammeln, die du dann trocknest und im Winter als eigenes Räucherwerk verwendest.

Vielleicht ist es aber auch Zeit für ein Picknick mit Freunden in der Natur. Lade Freunde ein, oder genieße mit der Familie ein üppiges Mahl. Schön ist es, mit ihnen eine eigene Segenszeremonie zu kreieren. Einen Dank für die Gaben der Natur und das was uns im Leben geschenkt wird.

Du kannst z.B. beim Picknick sagen:
„Ich ehre die Natur, die mir all das ermöglicht und zur Verfügung stellt, ich ehre mich selbst – als Frau, die ihr Leben ständig neu kreiert.“

Übrigens ist dies auch das Fest der Katzen! Diese wurden immer besonders geehrt, da sie die Schädlinge des Korns fressen, und so die Ernte bewahren. Sie wissen genau, wie Fülle und Reichtum geht! Wenn du also mit einer Katze lebst, beratschlage dich mit ihr, wie du deinen Reichtum vermehrst…..

In Liebe,
Beate

Mein Geschenk für dich:

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